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BEA veröffentlicht Untersuchungsbericht zum Absturz des Germanwings-Flugzeug in den französischen Alpen


Die BEA ist die französische Behörde für Sicherheitsuntersuchungen und -analysen in der zivilen Luftfahrt (Bureau d’Enquêtes et d’Analyses pour la sécurité de l’aviation civile). Sie veröffentlichte am Sonntag ihren Abschlussbericht zum Absturz von Germanwings-Flug GWI18G in den französischen Alpen am 24.3.2015.

In ihrem Bericht kommt die Behörde zu dem Ergebnis, dass der Copilot der Maschine das Flugzeug auf dem Rückflug von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz gebracht hatte. Hierfür hatte er abgewartet, bis der Pilot das Cockpit zwischenzeitig verlassen hatte. Bei dieser Gelegenheit hatte er die Maschine in den Sinkflug gebracht. Der Pilot konnte das Cockpit nicht mehr betreten, weil die Türen aus Sicherheitsgründen so konstruiert sind, dass ein gewaltsames Eindringen von außen nicht möglich ist, wenn keine Freigabe aus dem Cockpit erfolgt. Bereits auf dem Hinflug hatte der Copilot Veränderungen an der Flughöhe ausprobiert.


Untersuchungsergebnisse


Der Untersuchungsbericht schließt ein technisches Versagen als Unglücksursache aus. Weiter wird festgehalten: Im Monat vor dem Absturz hatte der Copilot mehrfach Antidepressiva und Schlafmittel verschrieben bekommen, nach deren Einnahme Menschen fluguntauglich sind. Außerdem litt er an einer psychischen Störung mit schweren psychotischen Symptomen. Zwei Wochen vor dem Vorfall wurde eine mögliche Psychose diagnostiziert.

Als mögliche Faktoren werden folgende Aspekte bezeichnet: Die Versicherung für den Fall der Fluguntauglichkeit deckte nur etwa die Höhe seiner Ausbildungskosten ab. Keiner der konsultierten Mediziner meldete die psychischen Erkrankungen bei Fluggesellschaft oder einer öffentlichen Stelle. In Deutschland fehlen nach Ansicht der BEA klare Richtlinien dafür, wann eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit schwerer wiegt, als die Gründe für die ärztliche Schweigepflicht.


Empfehlungen der BEA


Die BEA empfiehlt, dass Piloten oder Bewerber mit psychologischen/psychiatrischen Vorbefunden kontrollierten Nachuntersuchungen unterzogen werden und die Luftfahrtunternehmen angehalten werden, Piloten für den Fall der Fluguntauglichkeit finanziell besser abzusichern. Außerdem sollte es Piloten möglich sein, als flugmedizinisch tauglich erklärt zu werden, auch wenn sie Antidepressiva unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Weiterhin sollen die WHO und die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten klare Richtlinien zur Abwägung zwischen Schweigepflicht und Gefahren für die öffentliche Sicherheit formulieren.

Unabhängig davon sind die Bundesärztekammer und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur dazu aufgerufen, Richtlinien für Gesundheitsdienstleister herauszugeben, die darüber aufklären, in welchen Fällen sie ihre Schweigepflicht brechen dürfen und wie die juristischen Konsequenzen bei Irrtümern zu begrenzen seien. Hierzu sollen etwa die Begriffe „bevorstehende Gefahr“ und „Bedrohung der öffentlichen Sicherheit“ klarer definiert werden.

Schließlich sollen auf europäischer Ebene kollegiale Unterstützungsprogramme für Piloten, ihre Familien und Kollegen eingeführt werden, in denen Informationen über psychische Erkrankungen vertraulich gemeldet und behandelt werden können.


Zum Abschlussbericht in französischer oder deutscher Sprache gelangen Sie hier.


 

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