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Deutscher Ethikrat befürwortet Masernimpfpflicht bei Ärzten, lehnt allgemeine Impfpflichtigkeit aber ab


In einer am 27. Juni 2019 veröffentlichen 107-seitigen Stellungnahme „Impfen als Pflicht?“ hat sich der Deutsche Ethikrat als interdisziplinär besetztes Gremium für verschiedene Maßnahmen zur Erhöhung der Masernimpfquote in Deutschland ausgesprochen. Dazu zählen eine tätigkeitsverbotsbewehrte Impfpflicht für Berufsträger im Gesundheits- und Bildungswesen sowie eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes zur besseren Erfassung nichtgeimpfter Kinder und einer intensiveren Beratung der Eltern.


Demgegenüber lehnt der Ethikrat die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante Einführung einer allgemeinen Masernimpfpflicht aus verschiedenen Gründen ab. So sieht das Gremium Eltern zwar moralisch in der Pflicht, sich und ihre Kinder impfen zu lassen, befürchtet aber, auch angesichts einer mit 97 Prozent bisher guten Impfquote bei Kindern, nachteilige Auswirkungen einer gesetzlichen Anordnung. Peter Dabrock als Vorsitzender des Rates mahnt daher ein behutsames Vorgehen an, um die gegenwärtig gute Ausgangslage nicht zu gefährden. Stattdessen sollte verstärkt die Gruppe der Erwachsenen in den Blick genommen werden, die teils erhebliche Impflücken aufweise.


In ihrem ebenfalls am 27. Juni veröffentlichten Diskussionspapier „Gemeinsam Schutz aufbauen“ haben sich die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Akademie der Wissenschaften Hamburg der Einschätzung des Ethikrates weitgehend angeschlossen. Darin analysieren sie die Gründe für einen fehlenden Impfschutz und schlagen ebenso Maßnahmen vor, mit denen ein Schutz unabhängig von einer allgemeinen Impfpflicht gewährleistet werden könne.


 

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