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Polizei ermittelt gegen Oberarzt wegen Verdachts auf Totschlag

medstra-News 69/2020


An der Essener Uniklinik wird ein 44-jähriger Oberarzt beschuldigt, zwei todkranken Männern letale Medikamente verabreicht zu haben. Die Männer starben sofort nach der Medikamentenverabreichung. Die Mordkommission ermittelt gegen den Mediziner wegen Totschlags.

Bislang hat der Beschuldigte nur zu einem Fall Angaben gemacht, wie die Polizei Essen mitteilte. Er gab an, dass er dem Patienten und seinen Angehörigen weiteres Leiden habe ersparen wollen.

Die BILD und der WDR berichteten weiter, dass die beiden verstorbenen Männer im Alter von 47 und 50 Jahren auf der Covid-19-Station des Uniklinikums behandelt worden sein sollen. Beide hätten sich in einem sehr kritischen Gesundheitszustand befunden. Sie starben am 13. November und am 17. November. Der Oberarzt wurde am 18. November festgenommen. Der zuständige Richter ordnete am 19. November Untersuchungshaft an.

Der Arzt war nach Angaben des Krankenhauses seit Februar dort beschäftigt und schon länger psychisch auffällig gewesen. In einer Mitteilung des Uniklinikums zum Fall hieß es: „Es besteht der Verdacht, dass der Mediziner in vermutlich zwei Fällen einem versterbenden Patienten in der letzten Sterbephase ein Mittel verabreicht hat, um den Tod unmittelbar herbeizuführen.“ Die Klinik hatte die Staatsanwaltschaft unverzüglich über den Fall informiert und den Oberarzt außer Dienst gesetzt.


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