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Weiter keine PID ohne Zustimmung der Ethikkommission


Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied in der vergangenen Woche, dass die Durchführung einer PID ohne Zustimmung der Ethikkommission unabhängig davon unzulässig ist, ob lediglich Zellen untersucht würden, die später die Plazenta oder den Embryo selbst bilden würden.

Das in München ansässige Labor Synlab hatte seine Klage darauf gestützt, dass die Trophektodermbiopsie gar nicht unter das ESchG falle. Dies sei auf den Umstand zurückzuführen, dass nicht dem Embryo selbst Zellen entnommen würden, sondern nur aus dem ihn umgebenden Gewebe. Dabei ginge es nach Aussage der Laborleiterin Claudia Nevinny-Stickel-Hinzperter „nicht um PID im engeren Sinne“. Durch die Untersuchung solle lediglich festgestellt werden, ob der Embryo sich überhaupt einnisten und somit zu einer Schwangerschaft führen könne. Um eine Selektion erblich belasteter Zellen ginge es daher gerade nicht.

Dieser Argumentation folgte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof nicht. Auch der Münchner Medizinethiker Georg Marckmann von der Ludwig-Maximilians-Universität hält dem entgegen, dass es sich um einen „Trick“ zur Umgehung der rechtlichen Reglungen handeln würde. Es müsse, dem Ziel des Embryonenschutzgesetzes entsprechend, der Embryo davor geschützt werden, nicht transferiert zu werden. Ob die Entscheidung zur Nichteinpflanzung aufgrund einer Untersuchung der Zellen des Embryos selbst oder des ihn umgebenden Gewebes getroffen würde, könne dabei keine Rolle spielen.

Genaue Zahlen darüber, wie viele PID Anträge pro Jahr bei den Ethikkommissionen gestellt werden, liegen nicht vor. Es kann jedoch von 300-400 Anträgen pro Jahr ausgegangen werden. Da die Entscheidungspraxis der Ethikkommissionen nicht einheitlich ist, bestehe laut Marckmann die Gefahr, dass vergleichbare Fälle unterschiedlich entschieden werden. Eine bundeseinheitliche Kommission sei daher sinnvoll.
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles lies der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu.


 

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