medstra-News 17/2026 vom 12.3.2026
Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einen Arzt aus Niederbayern u.a. wegen Abrechnungsbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, soll der Mediziner über einen Zeitraum von 13 Quartalen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) nicht erbrachte Leistungen in Rechnung gestellt haben. Dadurch sei ein Schaden von knapp 1,5 Millionen Euro entstanden. Zudem habe er eine Patientin ohne Vorliegen eines medizinischen Grundes unsittlich berührt.
Der Mediziner war als Poolarzt in Niederbayern tätig. Er rechnete unter anderem Hausbesuche im Bereitschaftsdienst ab, die nicht erbracht worden waren. Den Angaben der Gerichtssprecherin zufolge wurde der Betrug durch die Prüfmechanismen der Kassenärztlichen Vereinigung aufgedeckt.
Das Landgericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten gefordert hatte. Zudem kam die Kammer dem Antrag auf ein Berufsverbot aus rechtlichen Gründen nicht nach.
