medstra-News 31/2026 vom 27.5.2026
Ein Strafgericht (Federal Court) in Newark, USA, hat den insolventen Pharmakonzern Purdue Pharma Ende April wegen Betrugs und Kick-Back-Zahlungen im Zuge der Opioidkrise zu Strafzahlungen von insgesamt über 5 Milliarden Dollar verurteilt. Bundesrichterin Madeline Cox Arleo sprach von „herzzerreißenden“ Schicksalen und verglich die frühere Vermarktungsstrategie des Unternehmens mit einem „kriminellen Unternehmen“.
Dem Unternehmen und der früheren Eigentümerfamilie Sackler wird vorgeworfen, das Schmerzmittel OxyContin über Jahre aggressiv beworben und die hohe Suchtgefahr des Opioids verharmlost zu haben. Zudem sollen Ärzte und Praxen mit Bestechungsgeldern zu häufigeren Verschreibungen bewegt worden sein. Die Verfahren führten schließlich zur Insolvenz des Konzerns, der am 1. Mai 2026 aufgelöst wurde. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC starben zwischen 1999 und 2022 fast 727.000 Menschen in den USA an Überdosierungen mit verschriebenen oder illegal beschafften Opioiden. Die massenhafte Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmittel gilt als wesentlicher Auslöser der Krise.
