medstra-News 38/2026 vom 3.6.2026
In der Nacht vom 24. zum 25.5.2026 haben 42 Sportler in Las Vegas an der ersten Auflage der sog. Enhanced Games teilgenommen. Die meisten von ihnen hatten zur Vorbereitung leistungssteigernde Mittel eingenommen, die bei herkömmlichen Wettbewerben verboten sind. Der griechische Schwimmer Kristian Gkolomeev errang mit einer Zeit von 20,81 Sekunden über 50 Meter Freistil einen Weltrekord, der wegen der leistungssteigernden Mittel freilich ohne Anerkennung bleibt. Weitere (inoffizielle) Weltrekorde wurden entgegen den Erwartungen der Veranstalter nicht aufgestellt.
Die Enhanced Games sind auch eine klinische Studie der Sheikh Shakhbout Medical City in Abu Dhabi, die auch die ärztliche Aufsicht über die Verabreichung und Nachkontrolle der Medikamentengabe übernimmt. Zugleich hoffen die Veranstalter auf Aufmerksamkeit etwa für ihren Online-Shop, in dem Interessierte beispielsweise Testosteron-Präparate oder Abnehmspritzen erwerben können. Zu den Geldgebern gehören etwa der Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump Jr., und der Tech-Milliardär Peter Thiel. Die Athleten erhielten ein sechsstelliges Grundgehalt und im Fall eines Siegs hohe Preisgelder.
Die Veranstaltung ist heftig umstritten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) betonte, die Veranstalter seien vor allem daran interessiert, ihre Produkte zu verkaufen und die damit verbundenen Risiken herunterzuspielen. Der Geschäftsführer der deutschen Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), Lars Mortsiefer, nannte die Spiele „moderne Menschenversuche“. Wie auch Sportverbände und Athletenkommissionen lehnen sie die Einordnung des Wettbewerbs als Sport ab. Auch viele Sportmediziner warnten vor den gesundheitlichen Risiken des Dopings und bezweifelten den wissenschaftlichen Ertrag der Studie, die weder Placebo-kontrolliert noch doppelblind war.
