medstra-News 42/2026 vom 6.7.2026
Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen (NRW) spricht sich für die Aufnahme von Straftaten gegen Gesundheitspersonal in einer gesonderten Kriminalstatistik aus. Zur Begründung führt Herbert Reul (CDU) insbesondere die Zunahme von Gewalt gegen Beschäftigte in Arztpraxen und in Krankenhäusern an. Durch eine gesonderte Kriminalstatistik soll ein besserer Überblick über das Ausmaß und die Problematik entstehen. Zwar sei ihm bewusst, dass nicht jedes Krankenhaus durch „Sicherheitsschleusen und Polizei“ geschützt werden könne, wie der CDU-Politiker klarstellte, jedoch könnten Maßnahmen wie beispielsweise Alarmknöpfe, mit Hilfe derer das medizinische Personal die Polizei schnell und diskret informieren kann, etabliert werden.
Die Forderungen nach Reaktionen auf die zunehmende Gewalt gegen medizinisches Personal haben in der Vergangenheit stark zugenommen. Nicht zuletzt hatten die Vertragsärzte und Ärztekammern seit längerer Zeit Maßnahmen gegen die vermehrten Angriffe auf Retter und medizinisches Personal gefordert, die Bundesärztekammer (BÄK) hatte bereits ein Meldetool angekündigt. Die Ärzteschaft begrüßt daher auch die Arbeit des Bundesjustizministeriums an einem Gesetz, welches Strafen auf Übergriffe gegen Heilberufler und Mitarbeitende verschärfen und diese Berufsgruppen zudem explizit im Gesetz erwähnen will.
