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Zwei Verdächtige wegen Vorwürfen des schweren Menschenhandels zum Zwecke der Organentnahme festgenommen

medstra-News 50/2026 vom 25.8.2026

Ein Mann und eine Frau sind in Rumänien festgenommen worden, weil sie einen anderen Mann dazu gezwungen haben sollen, in Deutschland dem festgenommenen Mann eine Niere zu spenden. Auf Antrag aus München lag ein europäischer Haftbefehl vor, wie die für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft DIICOT in Bukarest mitteilte. Bei den Festgenommenen handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um hochrangige Mitglieder einer „verbrecherischen Gruppe“ im westrumänischen Timisoara. Festgenommen wurden sie in der südwestrumänischen Kleinstadt Caransebes. Auch das Tatopfer soll aus Rumänien stammen.

Der Vorwurf lautet auf „schweren Menschenhandel zum Zwecke der Organentnahme“. Die Staatsanwaltschaft München hat angekündigt, die Auslieferung zu beantragen; über diesen Antrag soll ein rumänischer Haftrichter entscheiden.

Der festgenommene Verdächtige soll wegen einer schweren Nierenerkrankung ein Spenderorgan benötigt haben. Zusammen mit der anderen Verdächtigen soll er den Geschädigten in einer Münchener Wohnung festgehalten und mit Drohungen gegen dessen Eltern in Rumänien gezwungen haben, in eine Lebendnierenspende einzuwilligen. In einer deutschen Klinik soll die Organspende durchgeführt worden sein. Die Beschränkung der Lebendnierenspende auf nahe Angehörige sollen die nun Festgenommenen umgangen haben, indem das Opfer gezwungen wurde, sich als Neffe des Verdächtigen auszugeben. Daneben soll das Opfer auch gezwungen worden sein, unbezahlt zu arbeiten und Auto-Kaufverträge zu unterschreiben.

Wie sich die Verdächtigen zu den Vorwürfen verhalten, ist noch nicht bekannt. Es gilt die Unschuldsvermutung.


Verlag C.F. Müller

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