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Mehr Todesfälle: Medizinischer Dienst stellt Behandlungsfehler-Statistik vor

medstra-News 58/2026 vom 1.9.2026

Im Jahr 2025 hat der Medizinische Dienst (MD) im Auftrag der Krankenkassen rund 11.700 Verdachtsmeldungen auf Behandlungsfehler überprüft (siehe bereits medstra-News 39/2026 zu den Zahlen der Techniker Krankenkasse). In knapp 3.100 Fällen, etwa jedem vierten, wurden entstandene gesundheitliche Schäden bestätigt. Das seien, so der MD, etwas weniger als noch im Jahr 2024. In 2.700 Fällen sei der Schaden auch kausal auf den Behandlungsfehler zurückführbar gewesen, und in 97 Fällen habe der Behandlungsfehler zum Tod der Patienten geführt oder wesentlich dazu beigetragen. Unter den festgestellten Behandlungsfehlern waren rund 150 Fälle besonders schwerwiegend, sog. Never Events. Dazu zählen etwa die Verwechslung von Patienten oder auch gravierende Medikationsfehler.

Nach Einschätzung des MD bilden diese Zahlen nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Fehlergeschehens ab. „Die Dunkelziffer ist hoch und darf nicht länger kleingeredet werden", betonte der Vorstandsvorsitzende Stefan Gronemeyer. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass es bei etwa zwei bis vier Prozent der stationären Behandlungen zu vermeidbaren Schäden kommt. Nach Schätzungen der OECD entfallen 15 Prozent der Kosten der stationären Versorgung auf vermeidbare Behandlungsfehler und Schäden. Bezogen auf die Krankenhausausgaben in Deutschland wären das etwa 16,7 Milliarden Euro.


Verlag C.F. Müller

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